Wer gelegentlich zwei Glas Bier, ein Gläschen Wein oder einen Schnaps als Einschlafhilfe verwendet, wird feststellen, dass diese Methode durchaus funktioniert. Dennoch ist davon abzuraten, denn der Körper zahlt hierfür einen Preis.

Studie zu Alkohol und gesunder Schlaf

Forscher haben am Londoner Sleep Center eine umfangreiche Studie zum Phänomen der “Schlafhilfe Alkohol” durchgeführt. Die Ergebnisse lassen aufmerken:

Zunächst schlafen wir mit Alkohol tatsächlich besser in unseren Betten ein und danach in den kommenden drei bis vier Stunden durchaus tief und fest. Dann setzen negative Effekte ein.
Je nach Menge des getrunkenen Alkohols beginnt nach drei bis fünf Stunden eine erhebliche Unruhe, die zum vorzeitigen Aufwachen führt. Die wahrscheinliche Ursache hierfür ist der Abbau des Alkohols, der dann nicht mehr den Schlaf stimulieren kann.

Alkohol im Körper verstärkt den Harndrang und den Durst gleichermaßen. Die Betroffenen wachen aus beiden Gründen auf.

Unter Alkohol verstärkt sich der Tiefschlaf. Es fehlen oft die REM-Phasen mit den Träumen, die für eine Erholung wichtig sind. Tiefschlaf kann Schlafstörungen wie etwa Schlafwandeln verstärken.
Ein Tiefschlaf ohne REM-Phase entspannt zwar den Körper, doch der Geist leidet. Die Folgen sind am Tag Konzentrations- und Gedächtnisdefizite. Selbst die motorischen Fähigkeiten können nachlassen.
Nach sehr viel Alkoholgenuss tendieren wir zum Schnarchen – und zwar selbst dann, wenn wir ansonsten davon kaum oder nicht betroffen sind. Auch die ursächliche mangelhafte Atmung verhindert einen erholsamen Schlaf. Dass Alkohol ein hohes Suchpotenzial aufweist, ist hinlänglich bekannt.

Der richtige Umgang mit dem Schlummertrunk vor dem Bettgehen

Den Menschen ist ihr Schlummertrunk kaum auszureden. Es gibt auch Situationen, in denen er als harmlos gelten darf – etwa nach einer Feier am Freitagabend, wenn wir am kommenden Tag wirklich ausschlafen können. Des Weiteren ist höchst bedeutsam, dass sich der Alkohol vor dem Schlafengehen nicht als feste, unumstößliche, tagtägliche Gewohnheit etabliert. Wer davon betroffen ist, hat ein eindeutiges Alkoholproblem. Dieses wird zu Missbrauch auch tagsüber führen: Es wird im Büro und manchmal sogar im Straßenverkehr oder an der Maschine getrunken, was zu verheerenden Folgen führt. Wenn ein Entzug dann unausweichlich wird, haben diese Menschen ganz andere Einschlafprobleme: Sie werden von Juckreiz und nervösem Räuspern und Hüsteln geplagt. So weit sollte es niemand kommen lassen. Daher gilt: Vorsicht mit dem Schlummertrunk!