Immer mehr Menschen berichten in den letzten Jahren von Schlafstörungen. Die Ursachen können vielfältig sein. Berufliche Überlastungen, private Probleme, aber auch Ängste und Sorgen sowie bestimmte Krankheiten können das Einschlafen behindern oder dafür sorgen, dass die nächtliche Ruhe unterbrochen wird. Am Morgen fühlen sich die Betroffenen wie gerädert, das Konzentrieren fällt schwer, das Leistungsniveau sinkt. Gründe gibt es genügend, sich mit dem Problem ernsthaft auseinanderzusetzen und Abhilfe zu schaffen. Doch es muss nicht zwangsläufig die Schlaftablette aus der Apotheke sein. Viele natürliche Hausmittel und Kräuter haben ebenfalls gute Wirkungen.

Regelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus einhalten

Etwa acht Stunden Schlaf benötigt der Organismus eines gesunden Erwachsenen. Wer schlecht schlafen kann, bleibt häufig zu lange auf. Doch gönnt man dem Körper keine ausreichende Ruhephase, reagiert er gestresst. In der Folge fällt das Einschlafen noch schwerer. Die Schlafstörungen verschlimmern sich.

Am späten Abend nichts Schweres essen

Spätestens vier Stunden vor dem Zubettgehen sollte nicht mehr gegessen werden. Sonst ist der Organismus während der Nacht auf Verdauung programmiert. Während der Stoffwechsel auf Hochtouren arbeitet, kann der Körper jedoch nicht zur Ruhe kommen. Daher ist es besser, das Abendessen pünktlich einzunehmen und anschließend nicht mehr an den Kühlschrank zu gehen.

Getränke bewusst auswählen

Das Glas Bier oder Wein können beim Einschlafen helfen. Doch nicht selten wird die Nachtruhe nach dem Genuss von Alkohol durch Herzklopfen und einen nächtlichen Harndrang unterbrochen. Kaffee und schwarzer Tee können ähnlich wirken. Allerdings gibt es Menschen, denen letztere Getränke beim Durchschlafen helfen. Das sind vorwiegend diejenigen, die unter Durchblutungsstörungen im Gehirn und in den Beinen leiden. Hier kann Koffein die Symptome lindern. Ob die gewünschte Wirkung erzielt wird, lässt sich einfach ausprobieren.

Am Abend entspannen

Es bringt nichts, sich im Laufe der Nacht mit Sorgen des Alltags herumzuquälen. Besser ist es, einige Stunden vor dem Schlafengehen abzuschalten, damit Körper und Geist zur Ruhe kommen. Ein Ausdauersport kann den Stressabbau unterstützen. Laufen, Schwimmen und Radfahren sind ideal. Allerdings sollte das Training nicht zu spät am Abend stattfinden. Der Kreislauf benötigt eine Weile, bis er anschließend zur Ruhe kommt. Beim Yoga oder der Meditation hingegen finden Körper und Geist umgehend in die Balance.

Ein warmes Wannenbad nehmen

Wer unter Schlafproblemen leidet, sollte selbst bei großer Hitze am Abend nicht kalt duschen. Dabei nämlich ziehen sich die Gefäße und die Muskeln zusammen. Das Einschlafen wird behindert. Besser ist es, ein warmes Wannenbad zu nehmen, da es dazu beiträgt, Verspannungen zu lösen. Schlaffördernde Zusätze steigern den Effekt.

Beruhigende Badezusätze verwenden

Die Natur bietet viele Zutaten für beruhigende Badezusätze. Wer sie selbst sammelt, wendet sie am besten wie folgt an: Je nach Bedarf werden drei bis fünf Teelöffel des getrockneten Heilkrauts in ein Leinensäckchen gegeben. Dieses wird ins etwa 50 Grad heiße Badewasser gehängt. Dort soll es etwa acht Minuten ziehen. Anschließend nimmt man die Kräuter aus dem Wasser. In der Zwischenzeit hat sich das Badewasser auf eine angenehme Temperatur von etwa 37 Grad Celsius abgekühlt. Als Kräuter für Badezusätze eignen sich:

  • Lavendelblüten
  • Hopfen
  • Melisse
  • Baldrian
  • Heidekrautblüten.

Für beruhigende Atmosphäre sorgen

Weiterhin trägt eine angenehme Atmosphäre im Schlafzimmer dazu bei, sich beim Einschlafen wohl zu fühlen und durchzuschlafen. Die Raumtemperatur sollte dafür ungefähr 18 Grad Celsius betragen. Auf aufwändige Dekorationen wird im Schlafzimmer verzichtet, sie lenken unnötig ab. Gedeckte Farben wie Blau, Grau und Grün animieren das Gehirn, sich zu beruhigen. Wer vom Bett aus noch fernsieht, am Laptop seine E-Mails checkt oder mit dem Smartphone spielt, braucht sich über Schlafstörungen nicht zu wundern. Das grelle Licht des Bildschirms signalisiert dem Gehirn, dass es längst noch nicht Zeit zum Schlafengehen ist.

Beruhigungstees trinken

Sogenannte Beruhigungstees werden in Reformhäusern, Apotheken, aber auch in Supermärkten angeboten. Man kann sie allerdings auch ganz einfach selbst herstellen. Dazu benötigt man eines der oben genannten Heilkräuter oder auch mehrere, die miteinander gemischt werden. Alternativ verwendet man Kümmelsamen, Ehrenpreis, Birkenblätter, Schafgarbe, Frauenmantel, Enzian, Kamille, Thymian oder Waldmeister. Auch hier kann nach Belieben gemischt werden. Anschließend gibt man einen Teelöffel der frischen oder getrockneten Heilkräuter beziehungsweise der Mischung in eine Kanne, übergießt diese mit 250 Milliliter heißem Wasser und lässt das Ganze zehn bis fünfzehn Minuten ziehen. Anschließend wird abgeseiht.

Bei der Verwendung von Heilkräutern tritt eine Besserung nicht unbedingt nach der ersten Anwendung ein. Der Tee sollte regelmäßig über mehrere Wochen getrunken werden. Allerdings muss sich der Verbraucher darüber bewusst sein, dass Heilkräuter in einer zu hohen Dosierung unerwünschte Nebenwirkungen entfalten können. Deswegen sollten pro Tag nicht mehr als drei Tassen getrunken werden.

Schlafstörungen bei Kindern mit sanften Mitteln behandeln

Besonders bei Kindern sollte auf die Anwendung chemischer Mittel verzichtet werden, wenn es um das Beheben von Schlafstörungen geht. Ihnen hilft es häufig, wenn sich Mama oder Papa am Abend ausreichend Zeit für sie nehmen, eine Einschlafgeschichte erzählen und ihnen den Rücken oder die Füße massieren.