Das viele Lernen in der Schule, Zoff mit Freunden oder Liebeskummer – jeder Jugendliche reagiert anders auf Situationen, die stressbedingt sind und dem Körper sowie der Psyche vieles abverlangen. Immer häufiger treten jedoch markante Schlafstörungen auf, die dem Jugendlichen in der Phase des nächtlichen Ausruhens keine Möglichkeit zum Entspannen und Abschalten geben.

Ein Mensch in der Pubertät schläft in der Regel circa 8 bis 9 Stunden, um den rasanten körperlichen Entwicklungen in dieser Zeit gerecht zu werden. Dieses ist meist unter der Woche wegen des frühen Aufstehens zur Schule nicht möglich, weshalb die versäumten Stunden oft am Wochenende nachgeholt werden. Findet sich allerdings kein richtiger Schlafrhythmus ein oder kann die verkürzte Nacht nicht am Stück durchgeschlafen werden, so handelt es sich um eine Schlafstörung. Diese zeichnet sich am deutlichsten dadurch aus, dass die Jugendlichen in den ersten Stunden des Wachseins äußerst müde sind und keine Leistungsbereitschaft zeigen. Schuld an diesem Phänomen können in einigen Fällen auch die Organe sein, weshalb eine ärztliche Untersuchung bei einem länger andauernden Zustand zu empfehlen wäre.

Um dem jugendlichen Körper eine entspannte Atmosphäre beim Schlafen zu bieten, sollte das Umfeld des Bettes auf das Ausruhen und Wohlführen ausgelegt sein. So sollten Fernseher, Computer und Smartphone beim Zubettgehen nicht in Reichweite des Bettes sein, um vollständig abschalten zu können und die Schlafphase mit einem ausgeglichenen Körper zu beginnen. Ebenso sollten die Schulsachen in der Nacht verstaut werden, sodass diese nicht sichtbar neben dem Bett liegen bleiben. Allein der Anblick auf das Mathebuch oder das Deutschheft können bei dem Heranwachsenden negative oder angespannte Emotionen herbeiführen, die für das Einschlafen weniger förderlich sind. Ebenso sollten Störfaktoren wie Licht, eine zu hohe Temperatur oder Lärm vermieden werden, da diese nur ablenken. Des Weiteren sind ein gesunder Tagesablauf mit festen Mahlzeiten sowie ausreichend Bewegung enorm förderlich für eine entspannte Nachtruhe.

Um gezielt an das Problem der Schlafstörungen mit dem Jugendlichen selbst heranzugehen, sollten mit dem Heranwachsenden feste Regeln abgemacht werden. So kann ein grober Zeitplan der Schlafenszeiten für jede kommende Woche erstellt werden. Zum Beispiel kann sich der Jugendliche ein tägliches Schlafritual ausdenken und sich zwei Tage in der Woche aussuchen, an denen er früher als 22 Uhr zu Bett gehen möchte. Weiterhin sollten kleine Schlafpausen am Tag verteilt werden, die allerdings nicht länger als 20 Minuten andauern und nicht vor dem Zubettgehen stattfinden sollten. Um nicht mit einem überfüllten Magen im Bett liegen zu müssen, sollte das Abendessen auf mindestens eine Stunde vor dem Schlafen angesetzt werden. Falls danach noch hunger besteht, kann auf etwas Kleines, wie Obst oder ein Joghurt, zurückgegriffen werden. Das Einnehmen möglicher Medikamente oder von Alkohol zählt ebenfalls als Störfaktoren und sollte daher vor dem Schlafengehen vermieden werden.

Ist nach diesen Maßnahmen keine Besserung in Sicht, so sollte eine ärztliche Beratung hinzugezogen werden. Meistens wird das nächtliche Verhalten in einem Schlaflabor untersucht, bei dem sich der Jugendliche für einige Nächte der Beobachtung von Ärzten stellen muss. Messinstrumente erfassen hierbei die Aktivitäten des Körpers im Schlaf und überprüfen das Herz, den Sauerstoffgehalt im Blut und viele weitere Komponenten, die beim Schlafen eine Rolle spielen. Auch wenn der Jugendliche in diesem Fall nicht ganz genau so schläft wie zu Hause, so lassen sich dennoch die wichtigsten Parameter erfassen, die zu einer umfangreichen Diagnose gefasst werden können. Ist diese Erstellt, so kann mit Medikamenten, homöopathischen Mitteln oder Therapien weitergearbeitet werden.